Homophobie vs. Islamophobie?

Wie ihr sehen könnt habe ich eine neue Kategorie auf meinem Blog: Sexismus/Homophobie.
Das Thema Sexismus und Homophobie wird in der Linken schon sehr viel diskutiert und beschrieben. Deswegen habe ich auch eine kleine Linkliste zusammengebastelt, die eine kleine Einführung in das Thema ist.
Viel interessanter ist, wie weit der linke Antisexismus wirklich geht, und wie weit die Rechte Homosexueller reell verteidigt werden. Eins steht fest, bei Islamkritik hört es auf. Wer sich auch nur wagt, den Islam zu kritisieren, wird als Rassist und islamophob denunziert. Der beste Beweis liefert das kürzlich gegebene Interview vom schwulen israelischen Pornostar michael lucas.
In dem Interview mit der Beilage der Jungleworld, dem Dschungel, kritisiert er scharf den Islam, spricht über die Verhältnisse zu Schwulen in islamischen Ländern, Israel, den USA und in old Europ. In der Mitte des Interviews stellt er klar fest:
“Ich bin islamophob, und ich geniere mich nicht dafür. Ich mag den Islam nicht, ich halte ihn für die größte Bedrohung der Gegenwart. Wie Oriana Fallaci sagte, sollte man nicht trennen zwischen Ossama bin Laden und der Welt, die ihn hervorgebracht hat, und das ist die Welt des Islam.”
Natürlich wurde er sogleich von Lysis als Rassist denunziert.
Die Frage steht also im Raum; was ist schlimmer: den Islam aufgrund seines Sexismus und seiner Homophobie zu kritisieren, und sich dabei vorwerfen lassen müssen, Rassist zu sein, weil mensch eine andere Kultur kritisiert, oder sich weiterhin blind zu stellen, wenn es um Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen in islamischen Ländern geht, um dem Verdacht zu entgehen, islamophob zu sein…?
Das ganze Interview mit michael lucas hier.
(@f*cking queers: meine vollste Distanzierung von dem Vollidioten, der so einen Müll schreibt!)


16 Antworten auf “Homophobie vs. Islamophobie?”


  1. 1 lysis 03. August 2007 um 11:56 Uhr

    Freu dich auf den Artikel „Mit Islamophobie contra Homophobie?“ in der nächsten Arranca.

    Und ja, noch ein Tipp für deine Linkliste: Globalizing Homophobia.

    Mal im Ernst: ich denke, dass du dich erstmal mit dem Thema beschäftigen solltest, bevor du Stellung zu etwas nimmst, von dem du einfach keine Ahnung hast.

  2. 2 lysis 03. August 2007 um 12:24 Uhr

    Naja, auf ein paar Sachen in deinem Beitrag geh ich dann vielleicht doch noch mal ein:

    Viel interessanter ist, wie weit der linke Antisexismus wirklich geht, und wie weit die Rechte Homosexueller reell verteidigt werden.

    Wer solche Fragen stellt, hat schon davon abgesehen, wie eine Gesellschaft beschaffen sein muss, die „den Homosexuellen“ als eine distinkte Wesenskonstruktion überhaupt hervorbringt.

    Wer sich auch nur wagt, den Islam zu kritisieren, wird als Rassist und islamophob denunziert.

    Dazu kann ich dir einen hervorragenden Text empfehlen: Was „Israelkritik“ und „Islamkritik“ gemeinsam haben.

    Natürlich wurde er sogleich von Lysis als Rassist denunziert.

    Nun, wenn man Araber als „Ziegenficker“ denunziert, dann würde ich das schon als rassistisch bezeichnen. Du nicht? Sag mal, wie wäre es für dich, wenn jemand sagen würde: Alle Juden sind Schweineficker. Antisemitisch? Nein? Ich meine schon.

    und sich dabei vorwerfen lassen müssen, Rassist zu sein, weil mensch eine andere Kultur kritisiert

    Schau mal, der Kulturbegriff dient doch nur dazu, andere Leute fremd zu machen. Der hat gar keinen Inhalt als puren Folklorismus. Im Grunde ist „Kultur“ im Denken des Rassisten nur ein Ersatz für die „Rasse“, von der er sich nicht mehr zu sprechen traut.

  3. 3 lysis 03. August 2007 um 12:33 Uhr

    sollte man nicht trennen zwischen Ossama bin Laden und der Welt, die ihn hervorgebracht hat

    Sollte man dann trennen zwischen Adolf Hitler und der Welt, die ihn ebenso wie dich hervorgebracht hat? Wenn du mal überlegst, was du da gerade gesagt hast, dürftest du dir selber nicht mehr über den Weg trauen.

  4. 4 mondkuh 03. August 2007 um 13:09 Uhr

    @lysis: nicht schlecht herr specht! meinen vollsten support!
    @strange: unterscheide endlich zwischen kritik denunziation!!!

  5. 5 aergernis 03. August 2007 um 14:06 Uhr

    @lysis: ich traue dem nicht übern weg, der sich als deutsch definiert (muss nicht unbdingt jeder sein der in deutschland wohnt). denn hitler wurde von der deutschen gesellschaft hervorgebracht und kam nicht wie ein alien angeflogen und war auf einmal da, warum dann trennen?

    @aergernis: ich würde lucas auch als rassisten bezeichnen, weil er (bescheuerter gehts nicht) die migration für die probleme verantwortlich macht, die europa mit dem islam hat.

  6. 6 clov 03. August 2007 um 14:13 Uhr

    Grüszchen.

    Ich bin auch eher der Meinung, dass der Begriff „islamophob“ ein äußerst nominalistisches Produkt einer völlig schiefen Debatte ist. Für Linke, die sich dem Erbe aufklärerischer Ideen verschrieben haben, sollte Kirchen- bzw. Religionskritik selbstverständlich sein, denn der Nationalismus/Rassismus ist letztlich nichts weiter, als die Fortsetzung der Religion mit anderen Mitteln. Wenn das Ergebnis der modernen Säkularisierung nichts weiter ist, als dass mensch als Atheist dies auch frei ausleben kann, dann haben wir doch schon genug Munition in den Händen, um die pseudo/religiösen Praktiken jedweden instutionalisierten Kirche/Staats zu kritisieren.

    Also ich bin ein Menschenfreund und dementsprechend Feind jedweder Herabsetzung anderer Menschen, sei es aus religiösen, nationalen, rassistischen oder sonstigen niederen Motiven. Luther irrt, wenn er meint, der Mensch wird allein in seinem Glauben gut. Vielmehr wird er das in seinem Tun und d.h. auch immer erst im Auge des Anderen.

    so long
    clov

  7. 7 lysis 03. August 2007 um 15:36 Uhr

    Islamophobie ist aber keine Religionskritik. Islamophobie ist eine Verschwörungstheorie, die sich etwa bei Oriana Fallaci darin äußert, dass sie die Immigration nach Europa und die hohe Geburtenrate unter Einwander_innen als Teil einer geplanten muslimischen Invasion begreift.

    Dass Islamophobie nichts mit Religionskritik zu tun hat, kann man auch daran sehen, dass eine Zeitschrift wie die BAHAMAS ausgerechnet den ehemaligen Großinquisitor Joseph Ratzinger als Kronzeuge gegen den Islam aufbietet oder die Jungle World angesichts der Islamschelte des Papstes „über die erstaunliche Nähe von Kritischer Theorie und päpstlicher Philosophie“ schwadroniert.

    Auch führende islamophobe Blogs im deutschsprachigen Raum, z.B. Politically Incorrect, sind nicht im Mindesten religionskritisch. Sie stammen sogar zumeist aus der Feder christlich-evangelikaler Fundamentalisten, die nach Gerhard Scheit besser dazu taugen, den Islam als Feind „deutlich zu markieren“.

    Und wenn Michael Lucas Araber als notorische Ziegenficker darstellt oder strangeboy sein Recht auf „Kritik anderer Kulturen“ einklagt, dann hat das ebensowenig mit Religionskritik zu tun! Es sei denn, man setzt Religon und „Kultur“ einfach in eins, so wie Necla Kelek, die in einem „islamkritischen“ Artikel in der WELT gegen die „besonders bizarre Bigotterie“ der Hijras giftet, jenes dritten Geschlechts in Indien und Pakistan, das schon lange vor dem Islam existierte und in dessen Ablehnung sich Kelek und die Taliban mal wieder einer Meinung sind.

    Im Übrigen ist jeder Begriff ein „nominalistisches Produkt“ bestimmter Debatten, auch der der Homophobie oder des Sexismus. Letztere sind auch keine „natürlichen Begriffe“, die irgendwie vom Baum gefallen sind, sondern Konzepte, die in der politischen Debatte geformt wurden!

  8. 8 lysis 03. August 2007 um 16:02 Uhr

    Übrigens, strangeboy, da du dich jetzt vermehrt mit Homophobie beschäftigen möchtest, hier mal etwas über die von Michael Lucas als „Heldin“ gefeierten Oriana Fallaci:

    The magnificently rebellious Oriana Fallaci now cultivates, it seems, the prejudices of the petite bourgeoisie. She is opposed to abortion, unless she “were raped and made pregnant by a bin Laden or a Zarqawi.” She is fiercely opposed to gay marriage (“In the same way that the Muslims would like us all to become Muslims, they would like us all to become homosexuals”), and suspicious of immigration in general. The demonstrations by immigrants in the United States these past few months “disgust” her, especially when protesters displayed the Mexican flag. “I don’t love the Mexicans,” Fallaci said, invoking her nasty treatment at the hands of Mexican police in 1968. “If you hold a gun and say, ‘Choose who is worse between the Muslims and the Mexicans,’ I have a moment of hesitation. Then I choose the Muslims, because they have broken my balls.”

    Und was Fallaci über die Juden sagte, ist auch nicht gerade lecker:

    “I am angry at the Jews for many things… If you want to take the example of America, how they hold the power, the economical power in so many ways, and the press and the other kind of stuff… I never realized how it happened and they came to control the media to that point. Why?”

    Aber so lange die Alte nicht nur gegen Juden, Schwule und Mexikaner hetzt, sondern auch und vor allem gegen Moslems, drücken Leute wie du schon mal ein Auge zu, was?

    Übrigens: die Drohung von Fallaci, die Zelte schwarzer Flüchtlinge anzuzünden, weil sie das Baptisterium in Florenz vorsätzlich bepisst hätten, ist wohl auch nicht rassistisch, sondern bloß religionskritisch? Die BAHAMAS hat sie dafür ja sogar zur „Antifaschistin“ erklärt.

  9. 9 Fred 05. August 2007 um 11:33 Uhr

    So kennt man die faschisttische antimp. Rechte ähm „Linke“.
    Durch ihren positiven Rassismus, haben diese sich schon lange vom Antifaschismus verabschiedet.
    Eigentlich sind diese Idioten kaum noch zu unterscheiden gegenüber
    autonomen Nationalisten.
    Naja, leider können auch Schwule Nazis sein,mit ihrem unbändigen Haß auf Israel,USA,freie Welt, aber über Islamfaschismus,Rassismus, Nationalismus, Schwulenhaß,Antisemitismus in der islamischen Welt schweigen.
    Tja, welche Pfeiffen sich alles so links nennen.:-))).

    Das wären übrigens die ersten, die im Islam aufgrund ihrer sex. Orientierung zu leiden hätten, entweder durch verfolgung, haft,folter oder tod.
    http://antiislam.wordpress.com/tag/gaybi/

  10. 10 lysis 06. August 2007 um 18:58 Uhr

    Fred, der Müllschreiber, ist wieder da!

  11. 11 ghjk 06. August 2007 um 20:05 Uhr

    Was ist eigentlich eine „distinkte Wesenskonstruktion“?

  12. 12 lysis 06. August 2007 um 21:44 Uhr

    Was ist eigentlich eine „distinkte Wesenskonstruktion“?

    Das da:

    Der Homosxuelle des 19. Jahrhunderts ist zu einer Persönlichkeit geworden, die über eine Vergangenheit und eine Kindheit verfügt, einem Charakter, eine Lebensform, und die schließlich eine Morphologie mit indiskreter Anatomie und möglicherweise rätselhafter Physiologie besitzt. Nichts von alledem, was er ist, entrinnt seiner Sexualität. Sie ist überall in ihm präsent: allen seinen Verhaltensweisen unterliegt sie als hinterhältiges und unbegrenzt wirksames Prinzip; schamlos steht sie ihm ins Gesicht und auf den Körper geschrieben, ein Geheimnis, das sich immerfort verrät. Sie ist ihm konsubstantiell, weniger als Gewohnheitssünde denn als Sondernatur.

    Michel Foucault: Der Wille zum Wissen : Sexualität und Wahrheit 1. Frankfurt a. M. 1983. S. 58.

  13. 13 mondkuh 10. August 2007 um 14:48 Uhr

    tja das mit dem antworten hat strangeboy wohl nicht so nötig wenn er mal kritisiert wird…

  14. 14 abdel kader 12. August 2007 um 3:18 Uhr

    sich dabei vorwerfen lassen müssen, Rassist zu sein, weil mensch eine andere Kultur kritisiert

    Das macht doch niemand.
    Entweder du hast die Argumentation nicht verstanden oder du gibst sie bewusst falsch wieder. Ich tippe auf ersteres.

  15. 15 abdel kader 12. August 2007 um 3:22 Uhr

    Wer sich auch nur wagt, den Islam zu kritisieren, wird als Rassist und islamophob denunziert.

    Jetzt darf man schon nichts mehr gegen die Moslems sagen!
    Dieses Kritikverbot ist doch nur herbeiphantasiert, wie ich hier schon mal erklärt habe.

  1. 1 Die Geburt eines Blogs | Provinzblog Pingback am 06. Mai 2008 um 17:55 Uhr
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